Mehr Fische – Wozu soll das gut sein?

Henry, ein deutscher Manager im Süden auf Urlaub geht jeden Morgen den Strand entlang. Immer an der gleichen Stelle sieht er einen Mann dort angeln. Den Mann hat er auch am Abend beim Spaziergang gesehen. Eines Tages spricht er den Angler an und fragt ihn, wie man denn so lebt von dieser Arbeit. „Ach, es reicht zum Leben“, antwortet dieser.

„Hören Sie“, sagt der Manager, „ich leihe Ihnen Geld für ein Boot und ein  Netz. Damit können Sie Ihre Fischproduktion vervielfachen.“ „Wozu sollte ich denn noch mehr Fische fangen?“, fragt der Angler. Henry ist erstaunt und erklärt geduldig: „Es ist doch ganz einfach. Wenn Sie mehr Fische fangen, verdienen Sie auch mehr Geld. Nach einiger Zeit haben Sie Ihren Kredit abbezahlt und dann können Sie für ein weiteres Boot sparen. Für dieses neue Boot nehmen Sie sich einen Angestellten. Jetzt ist Ihr Umsatz an Fischen schon so groß, dass Sie eine Fabrik bauen können, die Ihre Fische verarbeitet. Sie können noch weitere Fischerboote dazukaufen und Synergieeffekte nutzen, indem Sie den See systematisch befischen. Zusätzlich empfehle ich Ihnen Ihre Konkurrenten aufzukaufen und die ganze Fischproduktion des Sees in Ihre Fabrik umzuleiten. So werden Sie zum Monopolisten und können Ihren Abnehmern die Preise diktieren.“ „Aber wozu denn  der ganze Stress?“, fragt der Angler verständnislos. Langsam wird Henry ärgerlich: „Verstehen Sie denn nicht? Wenn Sie Ihren Fischereibetrieb aufgebaut haben, müssen Sie selbst nicht mehr arbeiten. Sie können den ganzen Tag tun, was Sie wollen. Was würden Sie denn tun, wenn Sie nicht mehr arbeiten müssten?“ „Ich  würde wohl angeln gehen“, antwortet der Mann mit einem Schulterzucken.

Super Geschichte, nicht wahr? Frag Dich mal selbst, ob die Schufterei Jahr für Jahr für irgendwelche Ziele wirklich Sinn macht. Wir leben nicht 700 Jahre, verhalten uns aber oft so. Der Peter aus Kärnten verdient mit seinem Fischbetrieb wunderbar. Er möchte aber nicht größer werden. Ist nur mehr Arbeit und Stress, sagt er 🙂